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Lyrics

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Sheetmusic

Robert Schumann

  Opus 37

Gedichte aus "Liebesfrühling"

Poem 1840.

12 songs, but nos. 2, 4, 11 are by Clara Schumann.

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1. Der Himmel hat eine Träne geweint

Author(s): Friedrich Rückert

 Der Himmel hat eine Träne geweint,
 Die hat sich ins Meer verlieren gemeint.
 Die Muschel kam und schloß sie ein:
 Du sollst nun meine Perle sein.
 Du sollst nicht vor den Wogen zagen,
 Ich will hindurch dich ruhig tragen.
 O du mein Schmerz, du meine Lust,
 Du Himmelsträn' in meiner Brust!
 Gib, Himmel, daß ich in reinem Gemüte
 Den reinsten deiner Tropfen hüte.

2. Er ist gekommen in Sturm und Regen

Author(s): Friedrich Rückert

 Er ist gekommen in Sturm und Regen,
ihm schlug beklommen mein Herz entgegen.
Wie konnt' ich ahnen, daß seine Bahnen
sich einen sollten meinen Wegen.

Er ist gekommen in Sturm und Regen,
er hat genommen mein Herz verwegen.
Nahm er das meine? Nahm ich das seine?
Die beiden kamen sich entgegen.

Er ist gekommen in Sturm und Regen,
Nun ist gekommen des Frühlings Segen.
Der Freund zieht weiter, ich seh' es heiter,
denn er bleibt mein auf allen Wegen.

3. O ihr Herren

Author(s): Friedrich Rückert

 O ihr Herren, o ihr werten
 großen reichen Herren all!
 Braucht in euren schönen Gärten
 ihr denn keine Nachtigall?

 Hier ist eine, die ein stilles
 Plätzchen sucht die Welt entlang.
 Räumt mir eines ein, ich will es
 euch bezahlen mit Gesang.

4. Liebst du um Schönheit

Author(s): Friedrich Rückert

 Liebst du um Schönheit,
O nicht mich liebe! 
Liebe die Sonne,
Sie trägt ein gold'nes Haar!

Liebst du um Jugend,
O nicht mich liebe!
Liebe der Frühling,
Der jung ist jedes Jahr! 

Liebst du um Schätze,
O nicht mich liebe. 
Liebe die Meerfrau,
Sie hat viel Perlen klar.

Liebst du um Liebe,
O ja, mich liebe!
Liebe mich immer, 
Dich lieb' ich immerdar.

5. Ich hab' in mich gesogen

Author(s): Friedrich Rückert

 Ich hab' in mich gesogen,
 Den Frühling treu und lieb,
 Daß er, der Welt entflogen,
 Hier in der Brust mir blieb.

 Hier sind die blauen Lüfte,
 Hier sind die grünen Au'n,
 Die Blumen hier, die Düfte,
 Der blühende Rosenzaun.

 Und hier am Busen lehnet
 Mit süßem Liebes-Ach,
 Die Liebste, die sich sehnet
 Den Frühlingswonnen nach.

 Sie lehnt sich an zu lauschen
 Und hört in stiller Lust
 Die Frühlingsströme rauschen
 In ihres Dichters Brust.

 Da quellen auf die Lieder
 Und strömen über sie
 Den vollsten Frühling nieder,
 Den mir der Gott verlieh.

 Und wie sie, davon trunken,
 Umblicket rings im Raum,
 Blüht auch von ihren Funken
 Die Welt, ein Frühlingstraum.

6. Liebste, was kann denn uns scheiden?

Author(s): Friedrich Rückert

 Liebste, was kann denn uns scheiden?
 Kann's das Meiden?
 Kann uns Meiden scheiden?
 Nein. Ob wir uns zu sehn vermieden,
 Ungeschieden wollen wir im Herzen sein.
 Mein und dein, dein und mein
 Wollen wir, o Liebste(r) sein.

 Liebste, was kann denn uns scheiden?
 Wald und Haiden?
 Kann die Fern' uns scheiden?
 Nein.  Unsre Lieb ist nicht hienieden,
 Ungeschieden wollen wir im Himmel sein.
 Mein und dein, dein und mein
 Wollen wir, o Liebste(r) sein.

 Liebste, was kann denn uns scheiden?
 Glück und Leiden?
 Kann uns beides scheiden?
 Nein.  Sei mir Glück, sei Weh beschieden,
 Ungeschieden soll mein Los von deinem sein.
 Mein und dein, dein und mein
 Wollen wir, o Liebste(r) sein.

 Liebste, was kann denn uns scheiden?
 Haß und Neiden?
 Kann die Welt uns scheiden?
 Nein.  Niemand störe deinen Frieden,
 Ungescheiden wollen wir auf ewig sein.
 Mein und dein, dein und mein
 Wollen wir, o Liebste(r) sein.

7. Schön ist das Fest des Lenzes

Author(s): Friedrich Rückert

 Schön ist das Fest des Lenzes.
 Doch währt es nur der Tage drei!
 Hast du ein Lieb, bekränz es
 Mit Rosen, eh' sie gehn vorbei!

 Hast du ein Glas, kredenz es,
 O Schenk, und singe mir dabei:
 Schön ist das Fest des Lenzes
 Doch währt es nur der Tage drei!

8. Flügel! Flügel! um zu fliegen

Author(s): Friedrich Rückert

 Flügel! Flügel! um zu fliegen
 Über Berg und Tal,
 Flügel, um mein Herz zu wiegen
 Auf des Morgens Strahl!

 Flügel, übers Meer zu schweben
 Mit dem Morgenrot,
 Flügel, Flügel übers Leben,
 Über Grab und Tod!

 Flügel, wie sie Jugend hatte,
 Da sie mir entflog,
 Flügel wie des Glückes Schatten,
 Der mein Herz betrog!

 Flügel, nachzufliehn den Tagen,
 Die vorüber sind!
 Flügel, Freunden einzujagen,
 Die entflohn im Wind.

 Flügel, gleich den Nachtigallen,
 Wann die Rosen blühn,
 Aus dem Land, wo Nebel wallen,
 Ihnen nachzuziehn! Flügel! Flügel!

 Ach! von dem Verbannungsstrande,
 Wo kein Nachen winkt,
 Flügel, Flügel nach dem Heimatlande,
 Wo die Krone blinkt!

 Freiheit, wie zum Schmetterlinge
 Raupenleben reift,
 Wenn sich dehnt des Geistes Schwinge
 Und die Hüll entstreift!

 Oft in stillen Mitternächten
 Fühl' ich mich empor
 Flügeln von des Traumes Mächten
 Zu dem Sternentor.

 Doch gewachsene Gefieder
 In der Nächte Duft,
 Mir entträufeln seh ich's wieder
 An des Morgens Luft.

 Sonnenbrand den Fittich schmelzet,
 Ikar stürzt ins Meer,
 Und der Sinne Brausen wälzet
 Überm Geist sich her.

9. Rose, Meer und Sonne

Author(s): Friedrich Rückert

 Rose, Meer und Sonne
 Sind ein Bild der Liebsten mein,
 Die mit ihrer Wonne
 Faßt mein ganzes Leben ein.

 Aller Glanz, ergossen,
 Aller Tau der Frühlingsflur
 Liegt vereint beschlossen
 In dem Kelch der Rose nur.

 Alle Farben ringen,
 Aller Duft im Lenzgefild',
 Um hervorzubringen
 Im Verein der Rose Bild.

 Alle Ströme haben
 Ihren Lauf auf Erden bloß,
 Um sich zu begraben
 Sehnend in des Meeres Schoß.

 Alle Quellen fließen 
 In den unerschöpften Grund,
 Einen Kreis zu schließen
 Um der Erde blühndes Rund.

 Alle Stern' in Lüften
 Sind ein Liebesblick der Nacht,
 In des Morgens Düften
 Sterbend, wann der Tag erwacht.

 Alle Weltenflammen,
 Der zerstreute Himmelsglanz,
 Fließen hell zusammen
 In der Sonne Strahlenkranz.

10. O Sonn', O Meer', O Rose!

Author(s): Friedrich Rückert

 O Sonn', O Meer, O Rose!
 Wie, wenn die Sonne triumphierend
 Sich hebt über Sterne, die am Himmel stunden,
 Ein Schimer nach dem andern leis erblich,
 Bis ale sind in einem Glanz geschwunden,
 So hab ich, Liebste, dich gefunden:
 Du kamst, da war, ws je mein Herz empfunden,
 Geschwunden in dich.

 O Sonn', O Meer, O Rose!
 Wie, wenn des Meeres Arme auftun sich
 Den Strömen, die nach ihnen sich gewunden,
 Hinein sich diese stürzen brünstiglich,
 Bis sie die Ruh in tiefen Schoß gefunden,
 So Liebste hab ich dich empfunden:
 Such hat mein Herz mit allen Sehnsuchtswunden
 Entbunden in dich.

 O Sonn', O Meer, O Rose!
 Wie wenn in Frühling tausendfältig sich
 Ein buntes Grün hat ringend losgewunden,
 Ein hadernd Volk, bis Rose, königlich,
 Eintretend, es zum Kranz um sich verbunden,
 So, Liebste, hab ich dich umwunden:
 Der Kranz des Daseins muß sich blühend runden,
 Gebunden in dich.

11. Warum willst du and're fragen

Author(s): Friedrich Rückert

 Warum willst du and're fragen,
Die's nicht meinen treu mit dir?
Glaube nicht, als was dir sagen
Diese beiden Augen hier!


Glaube nicht dem fremden Leuten,
Glaube nicht dem eignen Wahn;
Nicht mein Tun auch sollst du deuten,
Sondern sieh die Augen an!


Schweigt die Lippe deinen Fragen,
Oder zeugt sie gegen mich?
Was auch meine Lippen sagen,
Sieh mein Aug', ich liebe dich!

12. So wahr die Sonne scheinet

Author(s): Friedrich Rückert

 So wahr die Sonne scheinet,
 So wahr die Wolke weinet,
 So wahr die Flamme sprüht,
 So wahr der Frühling blüht;
 So wahr hab' ich empfunden,
 Wie ich dich halt' umwunden:
 Du liebst mich, wie ich dich,
 Dich lieb' ich, wie du mich.

 Die Sonne mag verscheinen,
 Die Wolke nicht mehr weinen,
 Die Flamme mag versprühn,
 Der Frühling nicht mehr blühn!
 Wir wollen uns umwinden
 Und immer so empfinden;
 Du liebst mich, wie ich dich,
 Dich lieb' ich, wie du mich.



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