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Lyrics


Sheetmusic
Hugo Wolf   W 6:7

3 Lieder nach Gedichten von Michelangelo

Song cycle Time: 11'30.
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[1, 2, 3, 4]

1. Wohl denk ich oft an mein vergangnes Leben

Author(s): Walter Heinrich Robert-Tornow, Michelangelo Buonarroti

 Wohl denk ich oft an mein vergangnes Leben,
 Wie es vor meiner Liebe für dich war;
 Kein Mensch hat damals Acht auf mich gegeben,
 Ein jeder Tag verloren für mich war;
 Ich dachte wohl, ganz dem Gesang zu leben,
 Auch mich zu flüchten aus der Menschen Schar.
 Genannt in Lob und Tadel bin ich heute,
 Und, daß ich da bin, wissen alle Leute!

2. Alles endet, was entstehet

Author(s): Walter Heinrich Robert-Tornow, Michelangelo Buonarroti

 Alles endet, was entstehet.
 Alles, alles rings vergehet,
 Denn die Zeit flieht, und die Sonne
 Sieht, daß alles rings vergehet,
 Denken, Reden, Schmerz, und Wonne;
 Und die wir zu Enkeln hatten
 Schwanden wie bei Tag die Schatten,
 Wie ein Dunst im Windeshauch.
 Menschen waren wir ja auch,
 Froh und traurig, so wie ihr,
 Und nun sind wir leblos hier,
 Sind nur Erde, wie ihr sehet.
 Alles ended, was entstehet.
 Alles, alles rings vergehet.

3. Fühlt meine Seele das ersehnte Licht

Author(s): Walter Heinrich Robert-Tornow, Michelangelo Buonarroti

 Fühlt meine Seele das ersehnte Licht
 Von Gott, der sie erschuf? Ist es der Strahl
 Von andrer Schönheit aus dem Jammertal,
 Der in mein Herz Erinnrung weckend bricht?

 Ist es ein Klang, ein Traumgesicht,
 Das Aug und Herz mir füllt mit einem Mal
 In unbegreiflich glüh'nder Qual,
 Die mich zu Tränen bringt? Ich weiß es nicht.

 Was ich ersehne, fühle, was mich lenkt,
 Ist nicht in mir: sag mir, wie ich's erwerbe?
 Mir zeigt es wohl nur eines Andren Huld;

 Darein bin ich, seit ich dich sah, versenkt.
 Mich treibt ein Ja und Nein, ein Süß und Herbe -
 Daran sind, Herrin, deine Augen Schuld.

4. Irdische und himmlische Liebe

Author(s): Walter Heinrich Robert-Tornow, Michelangelo Buonarroti

 Zur Schönheit meine Blicke suchend gleiten,
 Es sucht die Seele Seligkeit zugleich;
 Den Weg in's Himmelreich
 Vermägen sie nur schauend zu beschreiten.
 Aus höchsten Sternenweiten
 Herniederglänzt ein Schimmer,
 Den Trieb empor zu leiten;
 Wir nennen's Liebe! Nimmer
 Wird And'res zünden! Immer
 Wird Gluth und Klarheit edlen Herzen werden
 Durch Augen, die wie Sterne sind auf Erden!



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