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Hugo Wolf   W 2

Eichendorff Lieder

Song cycle
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1. Der Freund

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Wer auf den Wogen schliefe,
 ein sanft gewiegtes Kind,
 kennt nicht des Lebens Tiefe,
 vor süßem Träumen blind.

 Doch wen die Stürme fassen
 zu wildem Tanz und Fest,
 wen hoch auf dunklen Straßen
 die falsche Welt verläßt:

 Der lernt sich wacker rühren,
 durch Nacht und Klippen hin -
 lernt der das Steuer führen
 mit sichrem, ernstem Sinn.

 Der ist von echtem Kerne,
 erprobt zu Lust und Pein,
 der glaubt an Gott und Sterne,
 der soll mein Schiffmann sein!

2. Der Musikant

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Wandern lieb' ich für mein Leben,
 Lebe eben, wie ich kann,
 Wollt ich mir auch Mühe geben,
 Paßt es mir doch gar nicht an.

 Schöne alte Lieder weiß ich;
 In der Kälte, ohne Schuh,
 Draußen in die Saiten reiß ich,
 Weiß nicht, wo ich abends ruh!

 Manche Schöne macht wohl Augen,
 Meinet, ich gefiel ihr sehr,
 Wenn ich nur was wollte taugen,
 So ein armer Lump nicht wär.

 Mag dir Gott ein'n Mann bescheren,
 Wohl mit Haus und Hof versehn!
 Wenn wir zwei zusammen wären,
 Möcht mein Singen mir vergehn.

3. Verschwiegene Liebe

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Über Wipfel und Saaten
 In den Glanz hinein -
 Wer mag sie erraten,
 Wer holte sie ein?
 Gedanken sich wiegen,
 Die Nacht ist verschwiegen,
 Gedanken sind frei.

 Errät es nur eine,
 Wer an sie gedacht
 Beim Rauschen der Haine,
 Wenn niemand mehr wacht
 Als die Wolken, die fliegen -
 Mein Lieb ist verschwiegen
 Und schön wie die Nacht.

4. Das Ständchen

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Auf die Dächer zwischen blassen
 Wolken schaut der Mond herfür,
 Ein Student dort auf den Gassen
 Singt vor seiner Liebsten Tür.

 Und die Brunnen rauschen wieder
 Durch die stille Einsamkeit,
 Und der Wald vom Berge nieder,
 Wie in alter, schöner Zeit.

 So in meinen jungen Tagen
 Hab ich manche Sommernacht
 Auch die Laute hier geschlagen
 Und manch lust'ges Lied erdacht.

 Aber von der stillen Schwelle
 Trugen sie mein Lieb zur Ruh,
 Und du, fröhlicher Geselle,
 Singe, sing nur immer zu!

5. Der Soldat I

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Ist auch schmuck nicht mein Rößlein,
 so ist's doch recht klug,
 trägt im Finstern zu 'nem Schlößlein
 mich rasch noch genug.

 Ist das Schloß auch nicht prächtig,
 zum Garten aus der Tür
 tritt ein Mädchen doch allnächtig
 dort freundlich herfür.

 Und ist auch die Kleine
 nicht die Schönst' auf der Welt,
 so giebt's doch just Keine,
 die mir beßer gefällt.

 Und spricht sie vom Freien,
 so schwing' ich mich auf mein Roß -
 ich bleibe im Freien,
 und sie auf dem Schloß.

6. Der Soldat II

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Wagen mußt du und flüchtig erbeuten,
 Hinter uns schon durch die Nacht hör' ich's schreiten,
 Schwing' auf mein Roß dich nur schnell 
 Und küß' noch im Flug mich wildschönes Kind,
 Geschwind,
 Denn der Tod ist ein rascher Gesell.

7. Die Zigeunerin

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Am Kreuzweg da lausche ich, wenn die Stern'
 und die Feuer im Walde verglommen,
 und wo der erste Hund bellt von fern,
 da wird mein Bräut'gam herkommen.
 La, la, la, la.

 "Und als der Tag graut', durch das Gehölz
 sah ich eine Katze sich schlingen,
 ich schoß ihr auf den nußbraunen Pelz,
 wie tat die weit überspringen!
 Ha, ha, ha, ha, ha!"

 Schad' nur ums Pelzlein, du kriegst mich nit!
 mein Schatz muß sein wie die andern:
 braun und ein Stutzbart auf ung'rischen Schnitt
 und ein fröhliches Herze zum Wandern.
 La, la, la, la.

8. Nachtzauber

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Hörst du nicht die Quellen gehen
 zwischen Stein und Blumen weit
 nach den stillen Waldesseen,
 wo die Marmorbilder stehen
 in der schönen Einsamkeit?

 Von den Bergen sacht hernieder,
 weckend die uralten Lieder,
 steigt die wunderbare Nacht,
 und die Gründe glänzen wieder,
 wie du's oft im Traum gedacht.

 Kennst die Blume du, entsprossen
 in dem mondbeglänzten Grund
 Aus der Knospe, halb erschlossen,
 junge Glieder blühendsprossen,
 weiße Arme, roter Mund,
 und die Nachtigallen schlagen
 und rings hebt es an zu klagen,
 ach, vor Liebe todeswund,
 von versunk'nen schönen Tagen -
 komm, o komm zum stillen Grund!
 Komm! Komm!

9. Der Schreckenberger

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Aufs Wohlsein meiner Dame,
 eine Windfahn' ist ihr Panier,
 Fortuna ist ihr Name,
 das Lager ihr Quartier!

 Und wendet sie sich weiter, 
 ich kümmre mich nicht drum,
 da draußen ohne Reiter,
 da geht die Welt so dumm.

 Statt Pulverblitz und Knattern
 aus jedem wüsten Haus
 Gevattern sehn und schnattern
 alle Lust zum Land hinaus.

 Fortuna weint vor Ärger, 
 es rinnet Perl' auf Perl';
 »Wo ist der Schreckenberger?
 Das war ein andrer Kerl!«

 Sie tut den Arm mir reichen,
 Fama bläst das Geleit,
 so zu dem Tempel steigen
 wir der Unsterblichkeit.

10. Der Glücksritter

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Wenn Fortuna spröde tut,
 laß' ich sie in Ruh',
 singe recht und trinke gut,
 und Fortuna kriegt auch Mut,
 setzt sich mit dazu.

 Doch ich geb' mir keine Müh':
 »He, noch eine her!«
 kehr' den Rücken gegen sie,
 laß' hoch leben die und die
 das verdrießt sie sehr.

 Und bald rückt sie sacht zu
 mir: »Hast du deren mehr?«
 »Wie Sie seh'n, drei Kannen schier,
 und das lauter Klebebier!
 's wird mir gar nicht schwer.«

 Drauf sie zu mir lächelt fein:
 »Bist ein ganzer Kerl!«
 ruft den Kellner, schreit nach Wein,
 trinkt mir zu und schenkt mir ein,
 echte Blum' und Perl'.

 Sie bezahlet Wein und Bier,
 und ich, wieder gut,
 führe sie am Arm mit mir
 aus dem Haus wie'n Kavalier,
 alles zieht den Hut.

11. Lieber alles

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Soldat sein ist gefährlich, 
 studieren sehr beschwerlich,
 das Dichten süß und zierlich,
 der Dichter gar possierlich
 in diesen wilden Zeiten.
 Ich möcht' am liebsten reiten,
 ein gutes Schwert zur Seiten,
 die Laute in der Rechten,
 Studentenherz zum Fechten.
 Ein wildes Roß ist's Leben,
 die Hufe Funken geben,
 wer's ehrlich wagt, bezwingt es,
 und wo es tritt, da klingt es!

12. Heimweh

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Wer in die Fremde will wandern,
 der muß mit der Liebsten gehn,
 es jubeln und lassen die andern
 dem Fremden alleine stehn.

 Was wisset ihr, dunkle Wipfel,
 von der alten, schönen Zeit?
 Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
 wie liegt sie von hier so weit?

 Am liebsten betracht' ich die Sterne,
 die schienen, wie ich ging zu ihr,
 die Nachtigall hör' ich so gerne,
 sie sang vor der Liebsten Tür.

 Der Morgen, das ist meine Freude!
 Da steig' ich in stiller Stund' 
 auf den höchsten Berg in die Weite,
 grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!

13. Der Scholar

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Bei dem angenehmsten Wetter
 singen alle Vogelein,
 klatscht der Regen auf die Blätter,
 sing ich so für mich allein.

 Denn mein Aug' kann nichts entdecken,
 wenn der Blitz auch grausam glüht,
 was im Wandern könnt' erschrecken
 ein zufriedenes Gemüt.

 Frei vom Mammon will ich schreiten
 auf dem Feld der Wissenschaft,
 sinne ernst und nehm' zu Zeiten 
 einen Mund voll Rebensaft.

 Bin ich müde vom Studieren,
 wann der Mond tritt sanft herfür,
 pfleg' ich dann zu musizieren 
 vor der Allerschönsten Tür.

14. Der verzweifelte Liebhaber

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Studieren will nichts bringen,
 mein Rock hält keinen Stich,
 meine Zither will nicht klingen,
 mein Schatz, der mag mich nicht.

 Ich wollt', im Grün spazierte
 die allerschönste Frau,
 ich wär' ein Drach' und führte
 sie mit mir fort durchs Blau.

 Ich wollt', ich jagt' gerüstet
 und legt' die Lanze aus,
 und jagte alle Philister
 zur schönen Welt hinaus.

 Ich wollt', ich läg' jetztunder
 im Himmel still und weit
 und fragt' nach all' dem Plunder
 nichts vor Zufriedenheit.

15. Unfall

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Ich ging bei Nacht einst über Land,
 ein Bürschlein traf ich draußen,
 das hat 'nen Stutzen in der Hand
 und zielt auf mich voll Grausen.

 Ich renne, da ich mich erbos',
 auf ihn in vollem Rasen,
 da drückt das kecke Bürschlein los
 und ich stürzt' auf die Nasen.

 Er aber lacht mir ins Gesicht,
 daß er mich angeschossen,
 Cupido war der kleine Wicht
 das hat mich sehr verdrossen.

16. Liebesglück

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Ich hab' ein Liebchen liebrecht von Herzen,
 hellfrische Augen hat's wie zwei Kerzen,
 und wo sie spielend streifen das Feld,
 ach wie so lustig glänzet die Welt!

 Wie in der Waldnacht zwischen den Schlüften
 plötzlich die Täler sonnig sich klüften,
 funkeln die Ströme, rauscht himmelwärts
 blühende Wildnis - so ist mein Herz!

 Wie vom Gebirge ins Meer zu schauen,
 wie wann der Seefalk, hangend im Blauen,
 zuruft der dämmernden Erd' wo sie blieb,
 so unermesslich ist rechte Lieb'!

17. Seemanns Abschied

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Ade, mein Schatz, du mocht'st mich nicht,
 ich war dir zu geringe.
 Einst wandelst du bei Mondenlicht 
 und hörst ein süßes Klingen:
 Ein Meerweib singt, die Nacht ist lau,
 die stillen Wolken wandern,
 da denk' an mich, 's ist meine Frau,
 nun such' dir einen Andern!

 Ade, ihr Landsknecht', Musketier'!
 wir zieh'n auf wildem Roße,
 das bäumt und überschlägt sich schier
 vor manchem Felsenschloße.
 Der Wassermann bei Blitzesschein
 taucht auf in dunklen Nächten,
 der Haifisch schnappt, die Möven schrei'n,
 das ist ein lustig Fechten!

 Streckt nur auf eurer Bärenhaut
 daheim die faulen Glieder,
 Gott Vater aus dem Fenster schaut,
 schickt seine Sündflut wieder!
 Feldwebel, Reiter, Musketier,
 sie müssen all' ersaufen,
 derweil mit frischem Winde wir
 im Paradies einlaufen.

18. Erwartung

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Grüß euch aus Herzensgrund:
 zwei Augen hell und rein,
 zwei Röslein auf dem Mund,
 Kleid blank aus Sonnenschein!

 Nachtigall klagt und weint,
 wollüstig rauscht der Hain,
 alles die Liebste meint:
 wo weilt sie so allein?

 Weil's draußen finster war,
 sah ich viel hellern Schein,
 jetzt ist es licht und klar,
 ich muß im Dunkeln sein.

 Sonne nicht steigen mag,
 sieht so verschlafen drein,
 wünshcet den ganzen Tag,
 daß wieder Nacht möcht' sein.

 Liebe geht durch die Luft,
 holt fern die Liebste ein;
 fort über Berg und Kluft!
 und sie wird doch noch mein!

19. Die Nacht

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Nacht ist wie ein stilles Meer,
 Lust und Leid und Liebesklagen
 kommen so verworren her
 in dem linden Wellenschlagen.

 Wünsche wie die Wolken sind,
 schiffen durch die stillen Räume,
 wer erkennt im lauen Wind,
 ob's Gedanken oder Träume?

 Schließ' ich nun auch Herz und Mund,
 die so gern den Sternen klagen,
 leise doch im Herzensgrund
 bleibt das linde Wellenschlagen.

20. Waldmädchen

Author(s): Josef Karl Benedikt von Eichendorff

 Bin ein Feuer hell, das lodert
 von dem grünen Felsenkranz,
 Seewind ist mein Buhl' und fordert
 mich zum lust'gen Wirbeltanz,

 kommt und wechselt unbeständig,
 steigend wild, neigend mild,
 meine schlanken Lohen wend' ich:
 komm nicht nah' mir, ich verbrenn' dich!

 Wo die wilden Bäche rauschen 
 und die hohen Palmen stehn,
 wenn die Jäger heimlich lauschen,
 viele Rehe einsam gehn.

 Bin ein Reh, flieg' durch die Trümmer,
 über die Höh', wo im Schnee
 still die letzten Gipfel schimmern,
 folg' mir nicht, erjagst mich nimmer!

 Bin ein Vöglein in den Lüften,
 schwing' mich übers blaue Meer,
 durch die Wolken von den Klüften
 fliegt kein Pfeil mehr bis hieher.

 Und die Au'n, die Felsenbogen,
 Waldeseinsamkeit weit,
 wie weit, sind versunken in die Wogen,
 ach, ich habe mich verflogen!


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