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Hugo Wolf   W 4:2

Spanisches Liederbuch: Weltliche Lieder

Song cycle
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1. Klinge, klinge mein Pandero

Author(s): Emanuel von Geibel, Alvaro Fernandez de Almeida

 Klinge, klinge, mein Pandero,
 doch an andres denkt mein Herz.
 Wenn du, muntres Ding,
 verständest meine Qual
 und sie empfändest,
 jeden Ton, den du entsendest,
 würde klagen meinen Schmerz.

 Bei des Tanzes Drehn und
 Neigen schlag' ich wild
 den Takt zum Reigen, 
 daß nur die Gedanken schweigen,
 die mich mahnen an den Schmerz.

 Ach, ihr Herrn, dann will im Schwingen
 oftmals mir die Brust zerspringen,
 und zum Angstschrei wird mein Singen,
 denn an andres denkt mein Herz.

2. In dem Schatten meiner Locken

Author(s): Paul Heyse

 In dem Schatten meiner Locken
 Schlief mir mein Geliebter ein.
 Weck ich ihn nun auf? - Ach nein!

 Sorglich strählt ich meine krausen
 Locken täglich in der Frühe,
 Doch umsonst ist meine Mühe,
 weil die Winde sie zerzausen.
 Lockenschatten, Windessausen
 Schläferten den Liebsten ein.
 Weck ich ihn nun auf? - Ach nein!

 Hören muß ich, wie ihn gräme,
 Daß er schmachtet schon so lange,
 Daß ihm Leben geb' und nehme
 Diese meine braune Wange,
 Und er nennt mich eine Schlange,
 Und doch schlief er bei mir ein.
 Weck ich ihn nun auf? - Ach nein!

3. Seltsam ist Juanas Weise

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Seltsam ist Juanas Weise.
 Wenn ich steh' in Traurigkeit,
 wenn ich seufz' und sage: heut,
 "morgen" spricht sie leise.

 Trüb' ist sie, wenn ich mich freue;
 lustig singt sie, wenn ich weine;
 sag' ich, daß sie hold mir scheine,
 spricht sie, daß sie stets mich scheue.
 Solcher Grausamkeit Beweise brechen mir das Herz in Leid -
 wenn ich seufz' und sage: heut,
 »morgen« spricht sie leise.

 Heb' ich meine Augenlider,
 weiß sie stets den Blick zu senken;
 um ihn gleich empor zu lenken,
 schlag' ich auch den meinen nieder.
 Wenn ich sie als Heil'ge preise,
 nennt sie Dämon mich im Streit,
 wenn ich seufz' und sage: heut,
 »morgen« spricht sie leise. 

 Sieglos heiß' ich auf der Stelle,
 rühm' ich meinen Sieg bescheiden,
 hoff' ich auf des Himmels Freuden,
 prophezeit sie mir die Hölle.
 Ja, so ist ihr Herz von Eise,
 säh' sie sterben mich vor Leid,
 hörte mich noch seufzen:
 heut, »morgen« spräch' sie leise.

4. Treibe nur mit Lieben Spott

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Treibe nur mit Lieben Spott, Geliebte mein;
 spottet doch der Liebesgott dereinst auch dein!
 Magst an Spotten nach Gefallen du dich weiden;
 von dem Weibe kommt uns Allen Lust und Leiden.
 Treibe nur mit Lieben Spott, Geliebte mein;
 spottet doch der Liebesgott dereinst auch dein!

 Bist auch jetzt zu stolz zum Minnen, glaub', o glaube:
 Liebe wird dich doch gewinnen sich zum Raube,
 wenn du spottest meiner Not, Geliebte mein,
 spottet doch der Liebesgott dereinst auch dein!

 Wer da lebt in Fleisch, er wäge alle Stunden:
 Amor schläft und plötzlich rege schlägt er Wunden.
 Treibe nur mit Lieben Spott, Geliebte mein;
 spottet doch der Liebesgott dereinst auch dein!

5. Auf dem grünen Balkon

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Auf dem grünen Balkon mein Mädchen
 Schaut nach mir durch's Gitterlein.
 Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
 Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

 Glück, das nimmer ohne Wanken
 Junger Liebe folgt hienieden,
 Hat mir eine Lust beschieden,
 Und auch da noch muß ich schwanken.
 Schmeicheln hör ich oder Zanken,
 Komm ich an ihr Fensterlädchen.
 Immer nach dem Brauch der Mädchen
 Träuft ins Glück ein bißchen Pein: 
 Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
 Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

 Wie sich nur in ihr vertragen
 Ihre Kälte, meine Glut?
 Weil in ihr mein Himmel ruht,
 Seh ich Trüb und Hell sich jagen.
 In den Wind gehn meine Klagen,
 Daß noch nie die süße Kleine
 Ihre Arme schlang um meine;
 Doch sie hält mich hin so fein -
 Mit den Augen blinzelt sie freundlich,
 Mit dem Finger sagt sie mir: Nein!

6. Wenn du zu den Blumen gehst

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Wenn du zu den Blumen gehst,
 pflücke die schönsten,
 dich zu schmücken.
 Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
 müßtest du dich selber pflücken.

 Alle Blumen wissen ja,
 daß du hold bist ohne gleichen.
 Und die Blume, die dich sah 
 Farb' und Schmuck muß ihr erbleichen.

 Wenn du zu den Blumen gehst,
 pflücke die schönsten,
 dich zu schmücken. 
 Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
 müßtest du dich selber pflücken.

 Lieblicher als Rosen sind die Küße,
 die dein Mund verschwendet,
 weil der Reiz der Blumen endet,
 wo dein Liebreiz erst beginnt.

 Wenn du zu den Blumen gehst,
 pflücke die schönsten,
 dich zu schmücken. 
 Ach, wenn du in dem Gärtlein stehst,
 müßtest du dich selber pflücken.

7. Wer sein holdes Lieb verloren

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Wer sein holdes Lieb verloren,
 weil er Liebe nicht versteht,
 besser wär' er nie geboren.
 Ich verlor sie dort im Garten,
 da sie Rosen brach und Blüten.
 Hell auf ihren Wangen glühten
 Scham und Lust in holder Zier.
 Und von Liebe sprach sie mir;
 doch ich größter aller Toren
 wußte keine Antwort ihr
 wär' ich nimmermehr geboren.
 Ich verlor sie dort im Garten,
 da sie sprach von Liebesplagen,
 denn ich wagte nicht zu sagen,
 wie ich ganz ihr eigen bin.
 In die Blumen sank sie hin;
 doch ich größter aller Toren
 zog auch davon nicht Gewinn,
 wär' ich nimmermehr geboren! 
 Wer sein holdes Lieb verloren,
 weil er Liebe nicht versteht,
 besser wär' er nie geboren.

8. Ich fuhr über Meer

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Ich fuhr über See,
 ich zog über Land,
 das Glück das fand ich nimmermehr.
 Die Andern umher wie jubelten sie!
 ich jubelte nie!

 Nach Glück ich jagte,
 an Leiden krankt' ich;
 als Recht verlangt' ich was Liebe versagte.
 Ich hofft' und wagte,
 kein Glück mir gedieh,
 und so schaut' ich es nie.

 Trug ohne Klage die Leiden, die bösen,
 und dacht', es lösen sich ab die Tage,
 die fröhlichen Tage, wie eilen sie!
 Ich ereilte sie nie!

9. Blindes Schauen, dunkle Leuchte

Author(s): Paul Heyse, Rodrigo de Coto

 Blindes Schauen, dunkle Leuchte,
 Ruhm voll Weh, erstorb'nes Leben,
 Unheil, das ein Heil mir däuchte, 
 freud'ges Weinen, Lust voll Beben,
 süße Galle. Durst'ge Feuchte,
 Krieg im Frieden allerwegen,
 Liebe, falsch versprachst du Segen,
 da dein Fluch den Schlaf mir scheuchte.

10. Eide, so die Liebe schwur

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Eide, so die Liebe schwur,
 schwache Bürgen sind sie nur.
 Sitzt die Liebe zu Gericht,
 dann, Señor, vergeßet nicht,
 daß sie nie nach Recht und Pflicht,
 immer nur nach Gunst verfuhr.

 Eide, so die Liebe schwur, 
 schwache Bürgen sind sie nur.
 Werdet dort Betrübte finden,
 die mit Schwüren sich verbinden,
 die verschwinden mit den Winden,
 wie die Blumen auf der Flur.

 Eide, so die Liebe schwur, 
 schwache Bürgen sind sie nur.
 Und als Schreiber an den Schranken
 seht ihr nichtige Gedanken.
 Weil die leichten Händlein schwanken,
 schreibt euch keiner nach der Schnur.

 Eide, so die Liebe schwur, 
 schwache Bürgen sind sie nur.
 Sind die Bürgen gegenwärtig,
 allesamt des Spruch's gewärtig,
 machen sie das Urteil fertig;
 vom Vollziehen keine Spur!
 Eide, so die Liebe schwur, 
 schwache Bürgen sind sie nur.

11. Herz, verzage nicht geschwind

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Herz, verzage nicht geschwind,
 weil die Weiber Weiber sind.

 Argwohn lehre sie dich kennen,
 die sich lichte Sterne nennen
 und wie Feuerfunken brennen.
 Drum verzage nicht geschwind,
 weil die Weiber Weiber sind.

 Laß dir nicht den Sinn verwirren,
 wenn sie süße Weisen girren;
 möchten dich mit Listen kirren,
 machen dich mit Ränken blind;
 weil die Wiber Weiber sind.

 Sind einander stets im Bunde,
 fechten tapfer mit dem Munde,
 wünschen, was versagt die Stunde,
 bauen Schlößer in den Wind;
 weil die Weiber Weiber sind.

 Und so ist ihr Sinn verschroben,
 daß sie, lobst du, was zu loben,
 mit dem Mund dagegen toben,
 ob ihr Herz auch Gleiches sinnt;
 weil die Weiber Weiber sind.

12. Sagt, seid Ihr es, feiner Herr

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Sagt, seid Ihr es, feiner Herr,
 der da jüngst so hübsch gesprungen
 und gesprungen und gesungen?
 Seid Ihr der, vor dessen Kehle
 Keiner mehr zu Wort gekommen?
 habt die Backen voll genommen,
 sangt gar artig, ohne Fehle.
 Ja, Ihr seid's, bei meiner Seele,
 der so mit uns umgesprungen
 und gesprungen und gesungen.
 Seid Ihr's, der auf Castagnetten
 und Gesang sich nie verstand,
 der sie Liebe nie gekannt,
 der da floh vor Weiberketten?
 Ja, Ihr seid's; doch möcht ich wetten,
 manch ein Lieb habt Ihr umschlungen
 und gesprungen und gesungen.
 Seid Ihr der, der Tanz und Lieder
 so herausstrich ohne Mass?
 Seid Ihr's, der im Winkel saß
 und nicht regte seine Glieder?
 Ja Ihr seid's, ich kenn' Euch wieder,
 der zum Gähnen uns gezwungen
 und gesprungen und gesungen!

13. Mögen alle bösen Zungen

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Mögen alle bösen Zungen
 immer sprechen, was beliebt:
 wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
 und ich lieb' und bin geliebt.

 Schlimme, schlimme Reden flüstern
 eure Zungen schonungslos,
 doch ich weiß es, sie sind lüstern
 nach unschuld'gem Blute bloß.

 Nimmer soll es mich bekümmern,
 schwatzt so viel es euch beliebt;
 wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
 und ich lieb' und bin geliebt.

 Zur Verleumdung sich verstehet nur,
 wem Lieb' und Gunst gebrach,
 weil's ihm selber elend gehet
 und ihn niemand minnt und mag.

 Darum denk' ich, daß die Liebe, 
 drum sie schmähn, mir Ehre giebt;
 wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
 und ich lieb' und bin geliebt.

 Wenn ich wär' aus Stein und Eisen,
 möchtet ihr darauf bestehn,
 daß ich sollte von mir weisen
 Liebesgruß und Liebesflehn.

 Doch mein Herzlein ist nun leider weich,
 wie's Gott uns Mädchen giebt,
 wer mich liebt, den lieb' ich wieder,
 und ich lieb' und bin geliebt.

14. Köpfchen, Köpfchen, nicht gewimmert

Author(s): Paul Heyse, Miguel de Cervantes Saavedra

 Köpfchen, Köpfchen, nicht gewimmert,
 halt dich wacker, halt dich munter,
 stütz zwei gute Säulchen unter,
 heilsam aus Geduld gezimmert!
 Hoffnung schimmert,
 wie sich's auch verschlimmert
 und dich kümmert.
 Mußt mit Grämen 
 dir nichts zu Herzen nehmen,
 ja kein Märchen,
 daß zu Berg dir stehn die Härchen;
 da sei Gott davor
 und der Riese Christophor!

15. Sagt ihm, daß er zu mir komme

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Sagt ihm, daß er zu mir komme,
 denn je mehr sie mich drum schelten,
 ach je mehr wächst meine Glut!
 O zum Wanken bringt die Libe nichts auf Erden;
 durch ihr Zanken wird sie nur gedoppelt werden.
 Sie gefährden mag nicht ihrer Neider Wut;
 denn je mehr sie mich drum schelten,
 ach, je mehr wächst meine Glut!

 Eingeschlossen haben sie mich lange Tage;
 unverdrossen mich gestraft mit schlimmer Plage;
 Doch ich trage jede Pein mit Liebesmut,
 denn je mehr sie mich drum schelten,
 ach, je mehr wächst meine Glut!

 Meine Peiniger sagen oft, ich soll dich lassen,
 doch nur einiger woll'n wir uns ins Herze fassen.
 Muß ich drum erblassen,
 Tod um Liebe lieblich tut,
 und je mehr sie mich drum schelten,
 ach, je mehr wächst meine Glut!

16. Bitt' ihn, o Mutter, bitte den Knaben

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Bitt' ihn, o Mutter, bitte den Knaben,
 nicht mehr zu zielen, weil er mich tödtet.
 Mutter, o Mutter, die launische Liebe
 höhnt und versöhnt mich,
 flieht much und zieht mich.
 Ich sah zwei Augen am letzten Sonntag,
 Wunder des Himmels, Unheil der Erde.
 Was man sagt, o Mutter, von Basilisken,
 erfuhr mein Herze, 
 da ich sie sah.
 Bitt' ihn, o Mutter, bitte den Knaben,
 nicht mehr zu zielen, weil er mich tödtet.

17. Liebe mir im Busen

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Liebe mir im Busen zündet einen Brand.
 Wasser, liebe Mutter, eh das Herz verbrannt!

 Nicht das blinde Kind straft für meine Fehle;
 hat zuerst die Seele mir gekühlt so lind.
 Dann entflammt's geschwind ach, mein Unverstand;
 Wasser, liebe Mutter, eh das Herz verbrannt!

 Ach! wo ist die Flut, die dem Feuer wehre? 
 für so große Glut sind zu arm die Meere.
 Weil es wohl mir tut wein' ich unverwandt;
 Wasser, liebe Mutter, eh das Herz verbrannt!

18. Schmerzliche Wonnen und wonnige Schmerzen

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Schmerzliche Wonnen und wonnige Schmerzen,
 Wasser im Auge und Feuer im Herzen,
 Stolz auf den Lippen und Seufzer im Sinne,
 Honig und Galle zugleich ist die Minne.

 Oft, wenn ein Seelchen vom Leibe geschieden,
 möcht' es Sankt Michael tragen in Frieden.
 Aber der Dämon auch möcht es verschlingen;
 Keiner will weichen, da geht es ans Ringen.

 Seelchen, gequältes, in ängstlichem Wogen
 fühlst du dich hier hin und dort hin gezogen,
 aufwärts und abwärts. In solches Getriebe
 stürzt zwischen Himmel und Höll' uns die Liebe.

 Mütterchen, ach, und mit siebenzehn Jahren
 hab ich dies Hangen und Bangen erfahren,
 Hab's dann verschworen mit Tränen der Reue;
 ach, und schon lieb' ich, schon lieb' ich auf's neue.

19. Trau nicht der Liebe

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Trau nicht der Liebe, mein Liebster, gib Acht!
 Sie macht dich noch weinen, wo heut du gelacht.
 Und siehst du nicht schwinden des Mondes Gestalt?
 Das Glück hat nicht minder nur wankenden Halt.
 Dann rächt es sich bald; und Liebe, gieb Acht!
 Sie macht dich noch weinen, wo heut du gelacht.

 Drum hüte dich fein vor törigem Stolze!
 Wohl singen im Mai'n die Grillchen im Holze;
 dann schlafen sie ein, und Liebe, gieb Acht!
 sie macht dich noch weinen, wo heut du gelacht.

 Wo schweifst du nur hin? Laß Rat dir erteilen:
 Das Kind mit den Pfeilen hat Possen im Sinn.
 Die Tage, die eilen und Liebe, gieb Acht!
 Sie macht dich noch weinen, wo heut du gelacht.

 Nicht immer ist's helle, nicht immer ist's dunkel,
 der Fremde Gefunkel erbleicht so schnelle.
 Ein falscher Geselle ist Amor, gieb Acht!
 Er macht dich noch weinen, wo heut du gelacht.

20. Ach, im Maien war's, im Maien

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Ach, im Maien war's, im Maien,
 wo die warmen Lüfte wehen,
 wo verliebte Leute pflegen
 ihren Liebchen nachzugehn.

 Ich allein, ich armer Trauriger,
 lieg' im Kerker so verschmachtet,
 und ich seh' nicht, wann es taget,
 und ich weiß nicht, wann es nachtet.

 Nur an einem Vöglein merkt' ich's,
 das da drauß im Maien sang;
 das hat mir ein Schütz getödtet
 geb' ihm Gott den schlimmsten Dank!

21. Alle gingen, Herz, zur Ruh

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Alle gingen, Herz, zur Ruh,
 alle schlafen, nur nicht du.
 Denn der hoffnungslose Kummer
 scheucht von deinem Bett den Schlummer,
 und dein Sinnen schweift in stummer Sorge
 seiner Liebe zu seiner Liebe zu.

22. Dereinst, Gedanken mein

Author(s): Emanuel von Geibel, Cristobal de Castillejo (-1550)

 Dereinst, Gedanken mein,
 Wirst ruhig sein.
 Läßt Liebesglut
 Dich still nicht werden,
 In kühler Erden,
 Da schläfst du gut,
 Dort ohne Lieb' und ohne Pein
 Wirst ruhig sein.

 Was du im Leben
 Nicht hast gefunden,
 Wenn es entschwunden,
 Wird's dir gegeben,
 Dann ohne Wunden
 Und ohne Pein
 Wirst ruhig sein.

23. Tief im Herzen trag' ich Pein

Author(s): Emanuel von Geibel, Luiz Vaz de Camõens

 Tief im Herzen trag' ich Pein,
 muß nach außen stille sein.
 Den geliebten Schmerz verhehle
 tief ich vor der Welt Gesicht;
 und es fühlt ihn nur die Seele,
 denn der Leib verdient ihn nicht.
 Wie der Funke frei und licht
 sich verbirgt im Kieselstein,
 trag' ich innen tief die Pein.

24. Komm, o Tod, von Nacht umgeben

Author(s): Emanuel von Geibel, Comendador Escrive

 Komm, o Tod, von Nacht umgeben,
 leise komm zu mir gegangen,
 daß die Lust, dich zu umfangen,
 nicht zurück mich ruf' ins Leben.

 Komm, so wie der Blitz uns rühret,
 den der Donner nicht verkündet,
 bis er plötzlich sich entzündet
 und den Schlag gedoppelt führet.

 Also seist du mir gegeben,
 plötzlich stillend mein Verlangen,
 daß die Lust, dich zu umfangen,
 nicht zurück mich ruf' ins Leben.

25. Ob auch finstere Blicke glitten

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Ob auch finstre Blicke glitten, 
 schöner Augenstern, aus dir,
 wird mir doch nicht abgestritten,
 daß du hast geblickt nach mir.

 Wie sich auch der Strahl bemühte,
 zu verwunden meine Brust, 
 gieht's ein Leiden, das die Lust,
 dich zu schaun, nicht reich vergühte?

 Und so tötlich mein Gemüte 
 unter deinem Zorn gelitten,
 wird mir doch nicht abgestritten,
 daß du hast geblickt nach mir.

26. Bedeckt mich mit Blumen

Author(s): Emanuel von Geibel, María Doceo

 Bedeckt mich mit Blumen, ich sterbe vor Liebe.
 Daß die Luft mit leisem Wehen
 nicht den süßen Duft mir entführe, bedeckt mich!
 Ist ja alles doch dasselbe, 
 Liebesodem oder Düfte von Blumen.
 Von Jasmin und weißen Lilien
 sollt ihr hier mein Grab bereiten, ich sterbe. 
 Und befragt ihr mich: Woran?
 sag' ich: Unter süßen Qualen vor Liebe.

27. Und schläfst du, mein Mädchen

Author(s): Emanuel von Geibel, Gil Vicente (c1470-c1536)

 Und schläfst du, mein Mädchen,
 auf, öffne du mir;
 denn die Stund' ist gekommen,
 da wir wandern von hier.
 Und bist ohne Sohlen,
 leg' keine dir an;
 durch reisende Wasser
 geht unsere Bahn.
 Durch die tief tiefen Wasser
 des Guadalquivir;
 denn die Stund' ist gekommen,
 da wir wandern von hier.
 Auf, öffne du mir!

28. Sie blasen zum Abmarsch

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Sie blasen zum Abmarsch,
 Lieb Mütterlein.
 Mein Liebster muß scheiden
 Und läßt mich allein!

 Am Himmel die Sterne
 Sind kaum noch geflohn,
 Da feuert von ferne
 Das Fußvolk schon.
 Kaum hört er den Ton,
 Sein Ränzelein schnürt er,
 Von hinnen marschiert er,
 Mein Herz hinterdrein.
 Mein Liebster muß scheiden
 Und läßt mich allein!

 Mir ist wie dem Tag,
 Dem die Sonne geschwunden.
 Mein Trauern nicht mag
 So balde gesunden.
 Nach nichts ich frag,
 Keine Lust mehr heg ich,
 Nur Zwiesprach pfleg ich
 Mit meiner Pein--
 Mein Liebster muß scheiden
 Und läßt mich allein!

29. Weint nicht, ihr Äuglein

Author(s): Paul Heyse, Lope Felix de Vega Carpio

 Weint nicht, ihr Äuglein!
 Wie kann so trübe weinen vor Eifersucht,
 wer tödtet durch Liebe?
 Wer selbst Tod bringt,
 der sollt' ihn ersehnen?
 Sein Lächeln bezwingt
 was trotzt seinen Tränen.
 Weint nicht, ihr Äuglein!
 Wie kann so trübe weinen vor Eifersucht,
 wer tödtet durch Liebe?

30. Wer tat deinem Füßlein weh?

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 »Wer tat deinem Füßlein weh?
 La Marioneta,
 Deiner Ferse weiß wie Schnee?
 La Marion.«

 Sag Euch an, was krank mich macht,
 Will kein Wörtlein Euch verschweigen:
 Ging zum Rosenbusch zur Nacht,
 Brach ein Röslein von den Zweigen;
 Trat auf einen Dorn im Gang,
 La Marioneta,
 Der mir bis ins Herze drang,
 La Marion.

 Sag Euch alle meine Pein,
 Freund, und will Euch nicht berücken:
 Ging in einem Wald allein,
 Eine Lilie mir zu pflücken;
 Traf ein Stachel scharf mich dort,
 La Marioneta,
 War ein süßes Liebeswort,
 La Marion.

 Sag Euch mit Aufrichtigkeit
 Meine Krankheit, meine Wunde:
 In den Garten ging ich heut,
 Wo die schönste Nelke stunde;
 Hat ein Span mich dort verletzt,
 La Marioneta,
 Blutet fort und fort bis jetzt,
 La Marion.

 »Schöne Dame, wenn Ihr wollt,
 Bin ein Wundarzt guter Weise,
 Will die Wund' Euch stillen leise,
 Daß Ihr's kaum gewahren sollt.
 Bald sollt Ihr genesen Sein,
 La Marioneta,
 Bald geheilt von aller Pein,
 La Marion.«

31. Deine Mutter, süßes Kind

Author(s): Paul Heyse, Luis el Chico

 Deine Mutter, süßes Kind,
 da sie in den Weh'n gelegen,
 brausen hörte sie den Wind.
 Und so hat sie dich geboren 
 mit dem falschen wind'gen Sinn.
 Hast du heut ein Herz erkoren,
 wirfst es morgen treulos hin.
 Doch den zähl' ich zu den Toren,
 der dich schmäht der Untreu wegen:
 Dein Geschick war dir entgegen;
 denn die Mutter, süßes Kind,
 da sie in den Weh'n gelegen,
 brausen hörte sie den Wind.

32. Da nur Leid und Leidenschaft

Author(s): Paul Heyse, Anonymous/Unidentified Artist

 Da nur Leid und Leidenschaft
 mich bestürmt in deiner Haft,
 biet' ich nun mein Herz zu Kauf.
 Sagt, hat einer Lust darauf?

 Soll ich sagen, wie ich's schätze,
 sind drei Batzen nicht zu viel.
 Nimmer war's des Windes Spiel,
 eigensinnig blieb's im Netze.

 Aber weil mich drängt die Not
 biet' ich nun mein Herz zu Kauf,
 schlag' es los zum Meistgebot -
 sagt, hat einer Lust darauf?

 Täglich kränkt es mich im Stillen
 und erfreut mich nimmermehr.
 Nun wer bietet? wer giebt mehr?
 Fort mit ihm und seinen Grillen!

 Daß sie schlim sind, leuchtet ein,
 biet' ich doch mein Herz zu Kauf.
 Wär es froh, behielt' ich's fein -
 sagt, hat einer Lust darauf?

 Kauft ihr's, leb' ich ohne Grämen
 Mag es haben, wenn's beliebt!
 Nun wer kauft? wer will es nehmen?
 Sag' ein Jeder, was er giebt.

 Noch einmal vorm Hammerschlag
 biet' ich jetzt mein Herz zu Kauf,
 daß man sich entscheiden mag -
 sagt, hat einer Lust darauf?

 Nun zum ersten und zum zweiten 
 und beim dritten schlag' ich's zu!
 Gut denn! Mag dir's Glück bereiten;
 nimm es, meine Liebste du!

 Brenn' ihm mit dem glühn'den Erz
 gleich das Sklavenzeichen auf;
 denn ich schenke dir mein Herz,
 hast du auch nicht Lust zum Kauf.

33. Wehe der, die mir verstrickte

Author(s): Paul Heyse, Gil Vicente (c1470-c1536)

 Wehe der, die mir verstrickte
 meinen Geliebten!
 Wehe der, die ihn verstrickte!
 Ach, der Erste, den ich liebte,
 ward gefangen in Sevilla.
 Mein Vielgeliebter,
 Wehe der, die ihn verstrickte!
 Ward gefangen in Sevilla
 mit der Fessel mener Locken.
 Mein Vielgeliebter,
 Wehe der, wehe der, 
 die ihn verstrickte!
 Wehe der!

34. Geh, Geliebter, geh jetzt!

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Geh, Geliebter, geh jetzt!
 Sieh, der Morgen dämmert.

 Leute gehn schon durch die Gasse,
 Und der Markt wird so belebt,
 Daß der Morgen wohl, der blasse,
 Schon die weißen Flügel hebt.
 Und vor unsern Nachbarn bin ich
 Bange, daß du Anstoß gibst;
 Denn sie wissen nicht, wie innig
 Ich dich lieb und du mich liebst.

 Drum, Geliebter, geh jetzt,
 Sieh, der Morgen dämmert.

 Wenn die Sonn am Himmel scheinend
 Scheucht vom Feld die Perlen klar,
 Muß auch ich die Perle weinend
 Lassen, die mein Reichtum war.
 Was als Tag den andern funkelt,
 Meinen Augen dünkt es Nacht,
 Da die Trennung bang mir dunkelt,
 Wenn das Morgenrot erwacht.

 Geh, Geliebter, geh jetzt!
 Sieh, der Morgen dämmert.

 Fliehe denn aus meinen Armen!
 Denn versäumest du die Zeit,
 Möchten für ein kurz Erwarmen
 Wir ertauschen langes Leid.
 Ist in Fegefeuersqualen
 Doch ein Tag schon auszustehn,
 Wenn die Hoffnung fern in Strahlen
 Läßt des Himmels Glorie sehn.

 Drum, Geliebter, geh jetzt!
 Sieh, der Morgen dämmert.


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